Seine strenge Rationalität schmolz unter den heißen Fingerspitzen dahin. Als er aufhörte, sich zu verstellen, erwachten seine Instinkte.<br /> Tage ohne Rampenlicht. Der Alltag des jungen Mannes, der von einer Schauspielkarriere träumte, war geprägt vom Staub seiner billigen Wohnung und einer nagenden Angst. Die Sensibilität, die er sich in kleinen Bühnenrollen angeeignet hatte, war durch die bittere Realität des Geldmangels abgenutzt. Er verbrachte seine Tage mit Gelegenheitsjobs und stand kurz davor, seinen Lebenssinn zu verlieren. Doch am Rande der Verzweiflung fand er die eine „Rolle“, die ihm Halt gab: eine verbotene Verwandlung – Crossdressing, etwas, das er noch nie jemandem gezeigt hatte. Im Spiegel spiegelte sich ihre zarte Gestalt. Erst als die seidige Unterwäsche sanft über seine Haut glitt und der intensive Duft von Kosmetik seine Nase kitzelte, konnte er seine Niederlage als Schauspieler vergessen. Doch dann drang die Hand eines anderen Mannes in diesen intimen Bereich ein. Eine Männerhand berührte ihn zum ersten Mal. Ihre raue, heiße Textur, selbst durch die weiche Kleidung hindurch, weckte unmittelbar seine Instinkte. „…Ahh…“ Sein rauer Atem ließ sein geschminktes Gesicht vor Hitze erröten. Die Rationalität, die er sich als heterosexueller Mann bewahrt hatte, zerbrach beim Gefühl der gleitenden Fingerspitzen des Mannes, die seinen Hals entlangfuhren. Ironischerweise reagierte sein Körper, der ihn eigentlich hätte zurückweisen sollen, ehrlicher als je zuvor. Unter dem Rock, im krassen Gegensatz zu seinem perfekt geschminkten Körper, bebte sein Penis vor Lust, von einem Mann berührt zu werden, und pulsierte vor Verlangen. Das feuchte, schlürfende Geräusch von Haut auf Haut und sich vermischendem Schweiß hallte grausam und eindringlich in dem beengten Raum wider. Es war eine Bestätigung des rohen „Lebens“, das auf der Bühne niemals hätte erreicht werden können. Sie gab die Schauspielerei auf und ergab sich den Wünschen des Mannes, einfach als „Frau“. In diesem Moment war er sich zum ersten Mal sicher, die Rolle gefunden zu haben, nach der er sich so sehr gesehnt hatte.